Zu den Condoren im Colca Canyon, Peru

Der Colca Canyon wird von Peru als der "tiefste Canyon der Welt" deklariert. Ansichtssache, aber tief ist er schon. Bis dahin war es allerdings noch ein langer Weg. Noch waren in Bolivien und wir hatten unser Bolivien-Visa um 5 Tage überschritten. Die Frage war, wieviel Scherereien wir an der Grenze zu Peru bekommen wuerden. Die "Strafe" hielt sich in Grenzen. 1,50 DM pro Tag und Person. So einfach kann Reisen sein.

Von Copacabana am Titicacasee nach Cusco geht ein gut asphaltierte Straße, aber wie man halt so ist, stand ein 500 Km langer Umweg über Arequipa und den Colca-Canyon an, schließlich soll man hier den Condoren hautnah begnegen können.

 

Hier hört wieder mal der Asphalt auf und vor uns liegen 500 km "malo pista"
Die Besitzer unserer letzten Hospedaje, schienen sich ein Zubrot mit getrockneten Schafsföten zu verdienen. Diese doch recht grusselig anzusehenden Körper werden jeweils in die Ecken eines neuen Hauses eingemauert und sollen Glück bringen.   
Getrocknete Schafsföten
Im Altiplano
In einem kleinen Dorf war man ganz begeistert von Tinka und wollte Ihr gleich ein Lama als Freund andienen, doch irgendwie wollten beide trotz Überredung nicht. Tinkas Motto: "Mein Gespann bleibt sauber" gilt also auch für Lamas. Ganz vorbei war die Freundschaft, als das Lama die Lippen öffnete und Tinka anspuckte. Das war nun wirklich was unerhörtes.
Unvollendete Freundschaft

Wir kamen in ein Dorffest hinein. So ziemlich alle waren betrunken und irgendwie nahm keiner Notiz von uns. Bis auf diesen Trompeter. Der trompete uns wieder aus dem Dort, was Tinka gar nicht gefiel.

Auf dem Weg zum Colca Canyon sind zwei 4800 Meter hohe Pässe zu bewältigen. Zum Glück nähern wir uns dem Äquator und die eisige Höhenkälte des Südens ist vorbei. Ohne Wind kann man es sogar im T-Shirt aushalten.

 

Hier sind wir auf ca. 4600 Meter. Rechts oben ein netter Tunnel.

Es sollte uns härtester Fahrtag der Reise werden. Von Santa Lucia nach Arequipa sind es nur 250 km doch die Piste ist dermaßen holperig, daß wir erst mitten in der Nacht in Arequipa ankamen. Diese Lamas verabschiedeten mit uns den Tag.

 

Am Colca Canyon

Am Colca Canyon

Es war soweit, wir sind am Colca Canyon angekommen. Vom "Cruz de la Condor" soll man die Condore ausgezeichnet sehen können. Der Colca Fluß liegt über 2000 Meter unter uns. Die Condore verlassen morgens Ihre Nester in der Höhe und schweben dann langsam, die Thermik ausnutzend in die Tiefe. Und tatsächlich,weit unten sahen wir schon die ersten mächtigen Vögel dahingleiten.

Condor
Doch richtig nah, kommen Sie am Morgen. So suchten wir den "Cruz de la Condor" am frühen Morgen auf. Und tatsächlich, aus dem Felsen unterhalb des Aussichtspunktes lösten sich nach und nach 20 Condore. Sie erkundeten die Umgebung und flogen dann wie auf Kommando direkt auf uns zu.
Noch mehr Condore
Es war überwältigend. Als ob Sie wüssten, das Sie fotografiert werden, begann ein großes Schaufliegen.

Mit wenigen Flügelschlägen aber einer beachtlichen Geschwindigkeit flogen die Tiere mit über 2 Meter Spannweite vor, über und hinter uns. Schon das Fluggeräusch ist imposant. Ähnlich den großen Lenkdrachen bei starkem Wind.

Condore auf ihrem Aussichtspunkt

Die jungen Condore ließen sich auf einen Felsvorsprung nieder. Während die Alten und Großen dem Treiben aus der Luft zusahen. So blieben Sie bestimmt 20 Minuten, während Sie versuchten sich gegenseitig vom Fels zu stoßen. Mir drängte sich definitiv der Gedanke auf: "Wer hat die dafür bezahlt?"

Pünktlich um 9.15 muß irgendein Chef ein Signal gegeben haben und alle stiegen auf um in die Tiefe zu gleiten.

Der Umweg war beachtlich, doch wir waren zufrieden. Die Piste nach Cusco war sogar recht gut und so konnten wir gemütlich den Weg dorthin hinter uns bringen.

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