Baja California

 

Die Baja, die 1500 Kilometer lange Halbinsel ragt wie ein Finger in den Pazifik.

Von der Stadt Los Mochis auf dem mexikanischen Festland setzten wir über nach La Paz. Eine 8-stündige Nachtfahrt über den Golf von Kalifornien. Wie anders war hier aber die Landschaft. Wüste, riesige Kakteen und verstaubte Pisten. Im Grunde genau nach unserem Geschmack.




Piste pur

Wären da nicht die abartigen Temperaturen. Jetzt im August/September scheint alles zu glühen. Man meint gerade, man hätte Fieber. Was etwas half, war der Sprung ins Wasser. Aber auch nicht richtig. Das Wasser hatte mehr als 30 Grad. Man merkte quasi gar nicht, daß man im Wasser stand.

Wir erwischten einen Traumplatz auf einer Strandzunge und bauten den einzigen Schatten weit und breit. Den unter unserem Tarp.

Da jede Bewegung nur Verdruß verursachte, mußten wir uns ein vernünftiges Konzept zu Abreise zurechtlegen. Das zusammenpacken in der Brüllhitze war qausi unmöglich. So taten wir etwas, was wir sonst nur in größter Not tun: Wir standen VOR Sonnenaufgang auf. Im ersten Schimmerlicht packten wir zusammen, immer den bangen Blick zum Horizont, den sobald die Sonne erschien, teilte sie ihre Hitzeprügel aus, um dann gerade noch rechtzeitig bei Sonnenaufgang abzufahren und in den Genuß des Fahrtwindes zu kommen.

Nun waren wir voll auf diesen Rhythmus eingestellt. Doch jetzt mußten wir schon wieder feststellen, daß die Hitze schlagartig nachließ, als wir die Baja Richtung Pazifik querten. Ja kurz vor Guerro Negro wurde es dann sogar so frisch, daß wir Jacke UND Handschuhe anziehten mussten. Verrückte Welt. Aber gut, angenehmer war es allemal.

So ließen wir aber den landschaftlich schönsten Teil der Baja, nämlich den Süden, hinter uns und merkten mit jedem Kilometer, daß wir uns den Vereinigten Staaten näherten. Immer mehr Autos mit amerikanischen Kennzeichen und in den Städten scheinen ganze Dienstleistungsindustrieen vom reichen Bruder im Norden zu leben. Auch wir nutzten das aus, indem wir dem Gespann eine Scheibe eine neue spendierten und das eingerissene Verdeck nähen liesen.

Dann kam Sie, die berühmt berüchtigte Stadt Tijuana direkt an der Grenze zu den Staaten. Eine letzte Portion Taccos, noch ein paar spanische Sätze und es wir bereiten uns vor wieder in die erste Welt, in die der Vereinigten Staaten einzufahren.