Guatamala

Auf Guatamala freuten wir uns schon lange. Bisher gab es nur positive Berichte. Schon die Anfahrt von Coban Ruinas in Honduras zur Grenze war klasse. Eine ausgewaschene Piste die sich entlang tiefer Schluchten ihren Weg sucht.

Diese wurde dann allerdings auf der guatamaltekischen Seite zum breit asphaltierten Highway, dem wir zügig nach Antiqua und dann zum Attitlansee folgten.

Umringt von wunderschönen Vulkanen sucht dieser See seinesgleichen auf dieser Erde. Die meisten Orte sind nur mit dem Boot erreichbar. Wir blieben aber in der Nähe unserer Motorräder und nahmen ein kühles Bad.

Als wir den Attitlansee verließen, dachten wir, der Höhepunkt wäre erreicht, doch weit gefehlt. Fast täglich kamen wir aus dem Staunen nicht heraus.

Nur wenige Kilometer weiter kamen wir in einen Wochenmarkt der farbenprächtig gekleideten Indigenas an. Seit Bolivien hatten wir so was nicht mehr gesehen.

Ein "Geheimtipp" war das Dörfchen Todos Santos. Hoch und versteckt hinter den Bergen von Huehuetenango gelegen, dazu noch mit fragwürdigem Ruf, schien es für eine Erkundung gerade Recht. Fragwürdiger Ruf deshalb, weil man nur wenige Wochen zuvor einen Touristen erschlagen hat, weil er angeblich ein Foto von einem Kind im Auftrag von Kinderhändlern gemacht haben soll. Bevor er die Sache klarstellen konnte, lag er schon danieder.

Auffahrt nach Todos Santos

In Todos Santos war die Lage tatsächlich etwas angespannt aber subjektiv ungefährlich. Wir hielten uns mit dem fotografieren zurück. Und wenn Fotos, dann natürlich nur von Tinka. Was können wir dafür, wenn sich noch weitere Leute auf das Bild drängeln?

Von hier aus, sind nur noch ca. 50 KM Luftlinie nach Chiapas in Mexiko aber das hieße ja, den schönsten Teil des Landes auszulassen. Also lenkten wir unsere Motorräder gen Osten, durch den El Peten, dem Dschungeltiefland von Guatamala, der uns nach Tikal führen soll.

Es war heiß, schwül, viele Mücken und anderes Ungetier, das man lieber nicht im Schlafsack hat. Aber was die Yungas in Südamerika, dass ist die Fahrt durch den Osten Guatamalas. Unbeschreiblich schön. An einer Anhöhe hielten wir an, um die Aussicht auf den unter uns dampfenden Dschungel und die umliegenden Berge zu genießen. Ein Laster mit Einheimischen hielt ebenfalls an. Zum Fahrer sagte ich: "Unbeschreiblich". "Ja" antwortete er, "man kann hier nicht vorbeifahren ohne anzuhalten, so schön ist es". Und das von jemanden der hier wohnt!

An einem Wasserfall trafen wir Tarzan:

Aber in Wirklichkeit flüchtete er nur vor einem eher wasserscheuen Tier:

Im äußersten Osten von Guatamala stießen wir endlich auf die Maya-Ruinen von Tikal. Mitten im Dschungel schrauben sich die mächtigen Tempel über die Kronen der Urwaldriesen. Es ist, als wollten Sie sagen: "Schaut her, die Ewigkeit kann uns nichts anhaben, wir stehen über den Dingen"

Uns wurde schon schwindlich vom besteigen der ca. 60 Grad steilen Treppe. Die Temperatur lag allerdings nur unwesentlich darunter.

Unsere Aufenthaltserlaubnis für Guatamala war leider nicht für die Ewigkeit. So ließen wir den Blick gen Osten schweifen. Dort wartet bereits Belize auf aus.