Mexiko

Au Backe, daß fing ja gut an. Seit einigen Tagen waren wir mit Kerstin und Benno unterwegs, die wie wir ebenfalls die Panamerikana nach Norden fuhren. So fuhren wir zu viert hintereinander her. Da tauchte doch glatt eine dieser großen Vogelspinnen auf der Straße auf. Prima, denke ich, bremst doch jetzt gleich mal um ein Foto von dem Viech zu machen. Diesen Gedanken teilte Kerstin, die direkt hinter mir fuhr, nicht mit mir. Sie bemerkte zu spät, daß ich bremste und fuhr mit so 60 km/h hinten in den Beiwagen. So machte ich einen Schnellkurs in die Fahrphysik eines Gespanns. Erst schleuderte es mich nach links. Durch das reflexartige ausgleichen nach rechts stieg der Beiwagen nach oben und noch weiter oben, Tinka katapultierte es raus, mich warf es aus dem Sattel und ich landete butterweich im Gras des Seitenstreifens um dann wie in Zeitlupe sehen müssen, wie das Gespann mir folgte und mich unter sich begrub. So lag ich im Gras, der Beiwagen auf mir unfähig mich selber zu befreien. 

Kerstin hat es auch schwer gebeutelt. Sie legten einen Sturz mit Ihrer BMW hin, rappelte sich aber gleich wieder auf um nach dem verschwundenen Lieven zu fahnden. Der lag, unsichtbar, wie schon erwähnt, unterm Gespann.

Martina, die vorfuhr und erst nachdem schon alles vorbei war, das Chaos im Rückspiegel erblickte, dachte auch schon das es um den guten Lieven schon geschehen sei. Tinka lief ebenfalls wirr aber unverletzt durch die Gegend.

Benno hat auch nichts mitbekommen, weil er kurz vorher anhielt um sich eine Jacke anzuziehen. Er sah dann aus der Ferne das Schlachtfeld und bekam auch schon ein flaues Gefühl im Magen.

Kerstin befreite mich aber sogleich aus meiner misslichen Lage und ich stand unverletzt auf. 

Nachdem wir uns alle etwas beruhigt hatten, konnten wir das Gespann wieder auf die Füße stellen und eine erste Schadensaufnahme machen. Bei mir die Lampe hin und bei Kerstin die Gabelholme leicht verbogen. Außerdem hat sie sich die Hand verstaucht. Nicht gerade Kleinigkeiten, aber wir konnten zum Glück erst mal die Fahrt fortsetzen.

Das lädierte Gespann, nach meinem Überschlag.

In Playa del la Carmen erholten wir uns vom "Unfallschock". Ein klasse Strand, tolles Wasser und natürlich erstklassige Tauchgründe auf Cozumel. 

Mit Benno und Kerstin an der Karibik-Küste Yucatans

Yucatan ist unser Favorit, der mexikanischen Provinzen. Die Karibik, Dschungel und die Maya-Ruinen lassen keine Langeweile aufkommen. So führte unser Weg natürlich zur berühmten Pyramide von Chitzen Itza.

 

Maya-Pyramide: Chitzen Itza

Der weitere Weg nach Norden war sicher nicht schlecht, aber nach dem all dem erlebten und gesehenen läßt das Staunpotential doch nach.

Im Hochland der Sierra Madre Mexikos

Immerhin, die Stadt Guanajuato nördlich von Mexiko-Stadt schaffte es dann doch noch uns zu verzaubern. Eingekesselt in einem Tal, hat diese alte Silberstadt ein fantastisches Flair. Die Straßen sind ein einziges Gewirr, zum Teil auf mehreren Ebenen und unterirdisch verlaufend.

Guanajuato in der Abenddämmerung

 

In Guanajuato

 

 

Martina, am Passo de Diablo.

 

Gerade in Südamerika erwartet man eigentlich Schlangen im Überfluss. Doch gesehen haben wir so gut wie keine. Aber plötzlich, hier im Norden Mexikos, wimmelte es plötzlich davon. Alle paar Kilometer sonnte sich eine auf der Straße. Leider einige schon überfahren, andere lebten noch. Diese hier war nur "angefahren" und wir verfrachteten sie ins Gebüsch und hofften, daß Sie überlebt.

Wir reisten im Sommer. Es war August. Das heißt, die Sonne stand mehr oder weniger senkrecht am Himmel. Sobald wir die Berge verließen um das Tiefland zu erkunden, trieb uns die schier unerträgliche Hitze wieder sofort in die Berge. Aber es half nichts. Irgendwann mußten wir wieder runter aus den Bergen, an die Küste um zur letzten Etappe in Mexiko aufzubrechen. Zur Baja California. Und es sollte nicht die schlechteste werden.

Eine letzte Flußdurchquerung, bevor wir die Wüste der Baja erorbern.