Nicaracua

Nicaragua, das klang schon immer nach Revolution, Contras und Bürgerkrieg. Es klang auf gar keinen Fall nach Urlaub. Ja prima. Wir sind ja nicht zum Spaß unterwegs. Obwohl, wenn man 5 andere Touristen fragt: "Wie war es denn so in Zentralamerika?" und keiner erwähnt auch nur in einem Nebensatz Nicaragua, sollte man die Erwartungen nicht all zu hoch schrauben.

Die Grenzformalitäten zwischen Costa Rica und Nicaragua nahmen wie üblich einige Stunden in Anspruch aber alles funktionierte reibungslos. Nach Tinka fragte kein Mensch und schwups befanden wir uns auf der Route Nationale Uno nach Granada am riesigen Lago de Nicaragua.

In Granada fanden wir ein hübsches Hotel, dass sich dummerweise direkt im ärmsten Teil der Stadt befand. Direkt vorm Hotel berauschten sich die Kids mit Kleber in Tüten und wir als "Rico Gringos" waren hier reichlich deplaziert. Die Familie, die das Hotel führte, war schon ziemlich verzweifelt. Ein schönes Hotel am falschen Platz. Draußen hing schon das Schild "Zu verkaufen".

Granada ist aber eine ungemein schöne Stadt. Ruhig, kolonial und irgendwie vergessen vom Rest der Welt. Aber eigentlich geht es ganz Nicaragua so.

Granada

Auf dem Weg nach Norden besuchten wir den Nationalpark Volcan Masaya. Die Temperatur wollte nicht mehr unter 30 Grad fallen und Tinka litt wie ein Hund. Immerhin verschaffte uns die Fahrt hinauf zum Vulkan Masaya auf 635 Metern Höhe schöne Ausblicke über Managua und dem gleichnamigen See an dem die Hauptstadt des Landes liegt.

Auffahrt zum Vulkan Masaya und Blick auf den Lago de Managua
Blick in den Vulkankrater vom Gipfelkreuz aus. Das Kreuz steht weniger da, wegen dem Gipfel, sondern weil die Spanier glaubten, hier wohnt der Teufel

Obwohl die Reise durch Nicaragua nicht ohne Reiz war, haben wir es tatsächlich geschafft, kein einziges Foto mehr zu machen. Wir übernachteten einige Tage in Granada, fuhren dann für eine Nacht bis Mategalpa, ein hübsches Städtchen in den Bergen, wo es für uns aber nur regnete, schauten etwas wehmütig auf die Landkarte in den Osten in die Region die "Mosquito-Coast" heißt, in der es aber genauso viele Guerillas wie Mücken geben soll und machten uns auf den Weg nach Honduras.